Wochenrückklick

Von am Oktober 31, 2011 — Kommentar hinterlassen

Kampagne der Woche: Facebook-Suppe von Heinz & We are Social

Hat eigentlich irgendjemand auf der Welt gerade eine wohltuende Suppe zur Hand, wenn er oder sie erkältet im Bett liegt? Meistens nicht. Mit der aktuellen Facebook-Aktion für Dosensuppenhersteller Heinz können Fans der Marke in Großbritannien ihren Freunden nun schnell helfen: Mit einer personalisierten “Get Well”-Suppe, bezahlbar per PayPal direkt auf Facebook. Eine tolle Idee der Agentur We are Social, mit einmaligem Nutzwert für Facebook-Fans und perfekt auf die Jahreszeit abgestimmt. Der einzige Haken ist, dass die Suppe erst nach einigen Tagen beim Empfänger eintrifft – aber selbst dann freut man sich sicherlich immer noch über so originelle Besserungswünsche.

Krise der Woche: Schleckergate

Als Krisen-PR-Beraterin rate ich Kunden zur absoluten Ehrlichkeit. Letzte Woche kam übertriebene Ehrlichkeit aber ein Unternehmen teuer zu stehen: Ein Brief des Sprechers der Drogeriekette Schlecker in Reaktion auf Kritik des denglischen Slogans “For you. Vor Ort.” strotzte vor Arroganz. Dummerweise leben wir im 21. Jahrhundert, der Empfänger veröffentlichte das Schreiben auf Facebook – und los ging ein munterer Shitstorm, wie man das in bestem Neudeutsch wohl so nennt. Schlecker reagierte recht schnell, im eigenen Blog, den vermutlich bis dato wirklich niemand kannte. Dummerweise lernte man auch aus diesem Blogpost lediglich eines: Dem Pressesprecher fehlt es ganz entschieden an kommunikativem Feingefühl. Und das sollte ihn noch einmal zum Überdenken seiner Berufswahl führen. Auf den Punkt analysierte ausgerechnet Sascha Lobo, was genau Schlecker falsch gemacht hat: “Normalarroganz gepaart mit fehlendem Wissen”.

Eigen-PR der Woche: Jung von Matt und der Durchschnitt

Nachdem Jung von Matt sich vor einiger Zeit schon in einer genialen Eigen-PR-Leistung mit dem “Deutschland Wohnzimmer” in jedes vorstellbare Medienformat katapultiert hatte, folgt nun das “Deutschland Internet”. Also das Internet des durchschnittlichen Deutschen, namens Thomas Müller. Nicht zu Verwechseln mit dem gleichnamigen, nicht ganz so durchschnittlichen, Fußballer. Das Ergebnis ist unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie das real aufgebaute Wohnzimmer in seiner abschreckenden Gewöhnlichkeit. Die Internetnutzung von Thomas Müller ist aber fast genau so ernüchternd konventionell wie Holz-TV-Schrank und dunkelblauer Velours-Teppich. Keine Blogs oder so – dafür Web.de, Spiegel.de, Bild.de, Kicker, Ab-in-den-Urlaub, Neckermann und überraschenderweise Wer-kennt-wen. Ach ja, und selbstverständlich Facebook. Durch Thomas Müllers PC (natürlich nicht Mac!)-Nutzung kann man sich hier durchklicken:

Deutschlands häufigste Netzwelt

 

 

 

 

 

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